Nach dem Malen ist dein Aquarell fertig, doch das Papier hat sich durch die verwendete Wassermenge unschön gewellt? Das ist beim Aquarellieren keine Seltenheit. Durch die Feuchtigkeit dehnt sich das Papier aus und zieht sich beim Trocknen wieder zusammen – dabei können die typischen Wellen und Unebenheiten entstehen.
Besonders bei größeren Wassermengen, beispielsweise beim Malen von weichen Farbverläufen oder großen, gleichmäßig feuchten Flächen, kann sich das Papier stärker verformen. Das ist zwar ärgerlich, lässt sich aber bis zu einem gewissen Grad vermeiden.
Die beste Möglichkeit ist natürlich, das Papier bereits vor dem Malen richtig vorzubereiten. Durch das Aufspannen auf einem Malbrett lässt sich das Risiko starker Wellen deutlich reduzieren. Wie das funktioniert, zeigen wir dir in unserem Blog Aquarellpapier richtig aufspannen.
Aber was kannst du tun, wenn dein Aquarell bereits fertig ist und das Papier trotzdem Wellen schlägt? Wir stellen dir drei verschiedene Methoden vor, mit denen du versuchen kannst, dein Aquarell wieder möglichst glatt zu bekommen.
Ist dein Aquarell nur leicht gewellt, musst du das Papier nicht unbedingt separat glätten. Eine einfache Möglichkeit besteht darin, das fertige Kunstwerk direkt zu rahmen.
Entscheidend ist dabei, dass das Aquarell im Rahmen möglichst eng zwischen Glasscheibe und Rückwand liegt. Es sollte möglichst wenig Spielraum vorhanden sein, damit sich das Papier nicht weiter wellen kann.
Falls zwischen der Rückwand und dem Bild noch ein kleiner Zwischenraum bleibt, kannst du diesen beispielsweise mit zusätzlichen Lagen Papier ausfüllen. So wird das Aquarell im Rahmen leicht angedrückt und die Wellen sind nach dem Einrahmen meist nicht mehr sichtbar.
Das Einrahmen ist damit nicht nur eine Möglichkeit, dein fertiges Aquarell zu präsentieren, sondern kann gleichzeitig dabei helfen, leichte Unebenheiten optisch verschwinden zu lassen.
Du möchtest mehr über das Einrahmen von Kunstwerken erfahren? Dann wirf gerne einen Blick in unseren Blog Kunstvoll gerahmt – Tipps und Tricks zur Rahmung deiner Werke.
Nicht jedes Aquarell soll gerahmt werden. Vielleicht möchtest du dein Bild lieber aufbewahren, später weiterverarbeiten oder einfach ohne Rahmen präsentieren. In diesem Fall kannst du versuchen, das gewellte Aquarellpapier durch Pressen wieder zu glätten.
Eine einfache Möglichkeit ist, das Aquarell zwischen schwere Bücher zu legen. Je gleichmäßiger und stärker der Druck ist, desto besser kann das Ergebnis ausfallen. Auch die Dauer spielt eine wichtige Rolle: Je länger das Papier unter Druck bleibt, desto mehr Zeit haben die Papierfasern, sich wieder zu entspannen.
Bei leicht bis mittelstark gewelltem Papier kann diese Methode bereits eine deutliche Verbesserung bringen. Sollte das Ergebnis noch nicht zufriedenstellend sein, kannst du zusätzlich etwas Feuchtigkeit einsetzen.
Befeuchte die Rückseite des Aquarellpapiers ganz vorsichtig mit etwas Wasser. Dafür kannst du einen feinen Wassersprüher verwenden oder die Rückseite leicht mit einem sauberen, feuchten Schwamm benetzen. Lege anschließend ein sauberes Blatt Papier auf das Aquarell und darüber ein flaches, stabiles Brett, das etwas größer als dein Kunstwerk ist.
Auf dieses Brett kannst du nun schwere Bücher oder andere geeignete Gewichte legen. Lass das Aquarell über Nacht unter Druck trocknen. Während des Trocknens können sich die Papierfasern entspannen und das Papier kann sich wieder stärker an die flache Form anpassen.
Wichtig: Schütze dein Kunstwerk während des Pressens von beiden Seiten mit sauberen, glatten Papierbögen. So verhinderst du, dass Schmutz oder andere Verunreinigungen auf dein Aquarell gelangen.
Achte außerdem darauf, dass die verwendeten Bücher oder Unterlagen eine möglichst glatte Oberfläche besitzen. Strukturen oder Unebenheiten können sich sonst während des Pressens in das feuchte Papier übertragen.
Eine weitere Möglichkeit, gewelltes Aquarellpapier zu glätten, ist das vorsichtige Bügeln. Diese Methode kann besonders effektiv sein, erfordert aber auch die meiste Vorsicht. Schließlich möchtest du das fertige Kunstwerk glätten, ohne dabei die Farben oder die Papieroberfläche zu beschädigen.
Besonders gut lässt sich diese Technik in Verbindung mit leicht angefeuchteten Tüchern anwenden. Die Feuchtigkeit und die Wärme helfen dabei, die Papierfasern zu entspannen und die Wellen zu reduzieren.
Wichtig ist dabei, möglichst wenig Wasser zu verwenden. Das fertige Aquarell selbst sollte nicht direkt befeuchtet werden. Zu viel Feuchtigkeit könnte dazu führen, dass sich die aufgetragene Farbe verändert, wieder angelöst wird oder verläuft.
Auch beim Bügeln solltest du vorsichtig vorgehen. Arbeite mit moderater Temperatur, langsam und gleichmäßig. Kontrolliere zwischendurch immer wieder das Ergebnis, damit das Papier nicht zu heiß wird und das Kunstwerk keinen Schaden nimmt.
Für diese Methode gehst du folgendermaßen vor:
Wichtig: Bei dieser Methode ist besondere Vorsicht geboten. Das Wasser sollte nicht direkt mit der bemalten Vorderseite des Aquarells in Kontakt kommen. Kontrolliere das Ergebnis regelmäßig und verwende nur so viel Feuchtigkeit, wie unbedingt notwendig ist.
Welche Methode die richtige ist, hängt vor allem davon ab, wie stark dein Papier gewellt ist und was du anschließend mit dem Kunstwerk machen möchtest.
Bei allen drei Methoden gilt: Gehe möglichst vorsichtig vor. Ein fertiges Aquarell reagiert empfindlich auf zusätzliche Feuchtigkeit und Hitze. Teste eine Methode daher nach Möglichkeit zunächst an einem weniger wichtigen oder bereits verworfenen Aquarellpapier, bevor du ein besonders wertvolles Original behandelst.
Am einfachsten ist es natürlich, starke Wellen bereits während der Vorbereitung zu vermeiden. Besonders wenn du mit viel Wasser arbeitest, lohnt es sich, das Aquarellpapier vor dem Malen mit Hilfe von Nassklebeband richtig aufzuspannen. Oder wenn du dir diesen Arbeitsschritt sparen möchtest, gibt es eine praktische Alternative: Aquarellpapier ist auch als Block erhältlich. Bei diesen Aquarellblöcken sind die einzelnen Papierbögen an den Seiten miteinander verleimt. Dadurch bleibt das Papier beim Malen stabil und muss nicht vorab auf einem Brett aufgespannt werden.
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Materialien
01 October 2023
Papier als Malgrund für Aquarellmalerei: Alles, was du wissen musst!
Papier ist der bedeutendste Malgrund für Aquarellmalerei. Die meisten Künstler wählen Papier als Malgrund für Aquarellfarben. Historisch hat sich sogar eine besondere Art von Papier entwickelt: Das Aquarellpapier.