Warum Arches als eines der besten Aquarellpapiere gilt
Seinen hervorragenden Ruf verdankt Arches einem einzigartigen Herstellungsverfahren. Das Papier besteht aus 100 % Baumwollfasern und wird traditionell auf einer Rundsiebmaschine gefertigt. Dadurch verteilen sich die langen Baumwollfasern besonders gleichmäßig und sorgen für eine außergewöhnliche Stabilität. Selbst bei intensiven Nass-in-Nass-Techniken oder einem hohen Wasserauftrag bleibt das Papier formstabil und wellt sich nur minimal.
Ein weiterer entscheidender Unterschied liegt in der Leimung. Während die meisten Aquarellpapiere bereits während der Herstellung mit synthetischen Leimen behandelt werden, wird Arches erst nach der Papierherstellung vollständig mit natürlicher Gelatine durchtränkt. Diese sogenannte Gelatineleimung zieht bis in den Papierkern ein und verleiht dem Papier außergewöhnliche Eigenschaften:
- Das Papier hält Kratzen, Schrubben und häufiges Radieren stand, ohne aufzurauen oder zu reißen.
- Die Farbe bleibt länger auf der Oberfläche, anstatt tief in das Papier einzuziehen. Dadurch wird das Licht durch die Pigmente reflektiert und die Farben wirken besonders brillant und leuchtend.
- Mehrere Lasuren, Maskierflüssigkeit und Klebeband können verwendet werden, ohne die Papieroberfläche zu beschädigen.
- Das natürliche Weiß kommt ohne optische Aufheller aus und sorgt für eine ausgezeichnete Alterungsbeständigkeit sowie dauerhaft brillante Farben.
Dieses aufwendige Herstellungsverfahren benötigt Zeit und erklärt den höheren Preis. Dafür erhältst du ein Aquarellpapier, das seit Generationen als Referenz für höchste Qualität gilt.
Drei Oberflächen für unterschiedliche Maltechniken
Arches Aquarellpapier ist in drei Oberflächen erhältlich. Welche Variante am besten geeignet ist, hängt von deiner Maltechnik und deinem persönlichen Stil ab.
Rau (Rough / Torchon)
Die raue Oberfläche wird nicht gepresst und besitzt eine ausgeprägte Struktur. Sie nimmt viel Farbe auf und erzeugt lebendige, ausdrucksstarke Effekte. Besonders Landschaftsmaler schätzen diese Variante.
Feinkorn (Cold Pressed / Grain Fin)
Die kaltgepresste Oberfläche verfügt über eine feine Struktur und ist die vielseitigste Ausführung. Sie bietet die ideale Balance zwischen Kontrolle und Textur und eignet sich hervorragend für Nass-in-Nass-Techniken sowie für die meisten Aquarellstile.
Satin (Hot Pressed / Satiné)
Die heißgepresste Oberfläche ist besonders glatt und eignet sich hervorragend für feine Details, Illustrationen sowie Arbeiten mit Feder, Tusche und Pinsel. Da die Farbe langsamer einzieht, bietet sie zusätzliche Kontrolle bei Nass-in-Nass-Techniken.
Erhältlich als Block oder Einzelbogen
Arches Aquarellpapier ist sowohl als Aquarellblock als auch als Einzelbogen in verschiedenen Grammaturen und Formaten erhältlich. Die Blöcke sind rundum verleimt, sodass das Papier während des Malens gespannt bleibt und sich kaum wellt. Gleichzeitig verteilt sich das Wasser gleichmäßig, wodurch weiche Farbverläufe und kontrollierte Lasuren leichter gelingen.
Einzelbögen bieten maximale Freiheit, wenn du dein Papier individuell zuschneiden oder in größeren Formaten arbeiten möchtest.
Ein kleiner Tipp für alle, die Arches zum ersten Mal verwenden: Das Papier fühlt sich anfangs etwas fester und kartonartiger an als viele andere Aquarellpapiere. Genau diese Stabilität ist jedoch einer der Gründe, warum Farben auf Arches so außergewöhnlich schön verlaufen und ihre Leuchtkraft behalten.
Du bist unsicher, welche Oberflächenstruktur oder Grammatur am besten zu deiner Malweise passt? Unsere Mitarbeiter beraten dich gerne in einer unserer Filialen oder über unseren Kundenservice. Wir teilen unser Fachwissen mit dir. Und das schon seit 1895.